Altern zwischen Kompetenz und Defizit: Über den Umgang mit by Ines Himmelsbach

By Ines Himmelsbach

Mit einem Geleitwort von Wolfgang Seitter

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Denn nicht die Gesamtheit der Älteren ist durch diese Formen von Bildung angesprochen, sondern nur die unabhängigen, autonomen Älteren, zumeist kurz nach der Verrentung, zwischen dem 60. Lebensjahr. Der Unterschied zur Erwachsenenbildung liegt einzig darin, dass auf die spezifische Lebensphase des Übergangs in den Ruhestand reagiert wird. Aber eine derartige Altern als Balanceakt í Biokulturelle Unfertigkeit 39 Adressatenorientierung kennen wir gleichermaßen aus dem Bereich der Arbeiterbildung oder der Mutter-Kind-Kurse, die ebenso auf soziale oder lebensphasenspezifische Aspekte reagieren.

Zudem ist der gerontologische Defizitbegriff vor allem auf das alternde Individuum oder die Pluralität der Individuen bezogen, wohingegen er in der erziehungswissenschaftlichen Diskussion einerseits als Beziehungsvariable verstanden werden kann, welche Asymmetrien beispielsweise zwischen Lehrenden und Lernenden kennzeichnet. Er kann einzig auf den Adressat abgestellt sein, indem der Adressat mit einem Defizit gekennzeichnet wird, welches es zu beheben gilt. Wesentlich erscheint mir aber, dass der gerontologische Defizitbegriff nur randständig an Lernprozessen ansetzt, dies maximal über die Definition von Plastizität und Intelligenz im Alter.

Ebenda, S. 79). Der subjektorientierte Zugang schließlich ist dadurch gekennzeichnet, dass er die umfassende (eher pädagogische) Fokussierung auf einerseits institutionell verantwortete und andererseits selbstorganisierte Lern- und Bildungsprozesse mit der (eher erziehungswissenschaftlichen) Annahme ihrer Nicht-Gestaltbarkeit verbindet. Er unterstellt eine Differenz der Handlungslogiken wie Handlungsrationalitäten zwischen Erwachsenenbildung und Erwachsenen. Damit wird der Adressat nicht mehr defizitbezogen, sondern differenzbezogen betrachtet.

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